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Mit einem Master im Projektmanagement die Karriereleiter hinauf | Ein Interview mit Kirsten Lamprechter

Wer hierzulande im Job etwas erreichen will, braucht eine fundierte Ausbildung. Projektmanagement-Kenntnisse wurden bisher meist in der Praxis erworben, ergänzt durch Trainings und Weiterbildungen. Projektmanager in Führungspositionen müssen heute jedoch zusätzlich managementfähig sein. Hinzu kommen immer wieder neue Methoden, die Projektmanager für komplexe Aufgaben in digitalen Zeiten dringend benötigen.

Gemeinsam mit der Hochschule Ludwigshafen ermöglicht die Tiba Business School das berufsbegleitende Studium zum Master of Arts (M.A.) im Projektmanagement. Kirsten Lamprechter, Professional Trainer bei der Tiba Managementberatung und Verantwortliche für das PM-Curriculum innerhalb des Studiengangs, erklärt, weshalb ein akademischer Abschluss an Bedeutung gewinnt und was im Studium vermittelt wird.

Weshalb ist ein Studium heute wichtig?

Kirsten Lamprechter: Zum einen ist ein akademischer Abschluss in Deutschland nach wie vor eine wichtige Eintrittskarte in höherwertige Positionen. Zum anderen ist der Fokus eines Masterstudiums aber natürlich auch, Themen wissenschaftlich zu erarbeiten beziehungsweise zu durchdringen. Dabei ist uns wichtig, dass Wissenschaftlichkeit und Praxis kein Widerspruch sind, sondern dass es gut ist, auch für die Praxis bestimmte wissenschaftliche Methoden zu kennen und diese dort auch anzuwenden.

Was lehrt das Studium, was nicht auch in der Praxis erlernt werden kann?

Lamprechter: Ich nenne mal ein Beispiel: In vielen Unternehmen mangelt es an Methoden, systematisch und dann folgerichtig zu Entscheidungen zu kommen. Viele werden aus dem Bauch heraus getroffen oder vielleicht auch gar nicht. Wenn man hier nie gelernt hat, welche Methoden es gibt, zum Beispiel eine Entscheidung zu treffen, wie Projekte im Rahmen einer Projektportfolioplanung zu bewerten und zu priorisieren sind, dann wird man sich entweder im Kreis drehen oder die Entscheidung mehr intuitiv, nicht aber nachvollziehbar treffen. Das Studium hilft hier, eingeschlagene Pfade zu verlassen.

Oder nehmen wir ein anderes Beispiel aus dem Projektmanagement: In aller Munde ist im Moment das agile PM. Jedes Unternehmen, das was auf sich hält, macht agiles PM, egal ob es sinnvoll ist oder nicht. Hier hilft das Studium, eine Entscheidung zu treffen, wann oder wofür agiles PM sinnvoll ist und wann es völlig richtig ist, Projekte auch weiterhin mit klassischen Methoden abzuwickeln.

Wird in dem Studium auch auf die Digitalisierung des Projektmanagements eingegangen? Und werden in diesem Zusammenhang auch neue Methoden vermittelt, wie beispielsweise agiles PM oder Design Thinking?

Lamprechter: Der Studiengang basiert auf drei Säulen. Im Kern steht das Projektmanagement, das flankiert wird von den zwei sogenannten Support-Säulen, BWL sowie Sozial- und Führungskompetenzen. Die Veranstaltungen im Rahmen des Projektmanagements werden von Tiba-Kollegen gehalten, die auch in Kundenprojekten tätig sind. Damit gewährleisten wir, immer die aktuellen Trends und Entwicklungen in den Vorlesungen mit zu berücksichtigen. Darüber hinaus wird das Thema agiles PM sowohl in einer Vorlesung als auch im Rahmen eines Praxisprojekts im Studiengang behandelt. Weitere, auch zukünftige Trends, werden wir zeitnah im Rahmen der Vorlesung „Agiles PM und weitere Trends“ einfließen lassen.

Wie wirkt sich das Studium auf die Karriereperspektiven aus? Gibt es Beispiele von ehemaligen Studenten, die einen klaren Karriere-Vorteil haben?

Lamprechter: Die Antwort hier ist ganz klar ja. Mittlerweile haben drei Studiengruppen ihr Studium abgeschlossen und wir bekommen immer wieder die Rückmeldung, dass sich die Studierenden karrieretechnisch weiterentwickelt haben. Teilweise ist das bereits im Laufe des Studiums passiert, in der Regel aber zeitnah nach dem Abschluss. Dabei erleben wir alle Varianten, das heißt sowohl einen Aufstieg innerhalb der Firma, als auch ein Job-Wechsel in ein anderes Unternehmen. Aber auch unsere selbständig tätigen Studierenden berichten davon, dass ihnen das Studium ermöglicht, an hochwertigere Aufträge zu kommen. In allen Fällen ist damit natürlich auch eine finanzielle Verbesserung verbunden.

Ein Ausblick: Wird ein akademischer Abschluss als Projektmanager in Zukunft noch wichtiger werden?

Lamprechter: Ich bin ganz fest davon überzeugt, dass Projektmanagement auch in Zukunft weiter an Bedeutung gewinnen wird. Immer mehr Unternehmen erkennen, dass sie neben der klassischen Führungslaufbahn auch eine fachliche Laufbahn für Projektleiter einrichten müssen. Allein schon deswegen wird ein akademischer Abschluss in diesem Bereich in Zukunft an Bedeutung gewinnen. Darüber hinaus stellen wir aber auch fest, dass die klassischen Management-Ebenen im Unternehmen erwarten, dass auch die Projektleiter „managementfähig“ sind. Was meine ich damit? Projektleiter müssen in der Lage sein, auf Augenhöhe mit Bereichsleitern oder Vorständen zu agieren. Das setzt voraus, dass sie deren Sprache sprechen und verstehen, wie ein Unternehmen tickt. All das vermitteln wir in diesem Studiengang. Deswegen bietet er eben auch weitere wichtige Zusatzqualifikationen neben den klassischen PM-Zertifizierungen, die es am Markt gibt.

Und zu guter Letzt: Der Anteil an Uni-Absolventen in einem Jahrgang steigt in Deutschland seit Jahren. Allein schon deswegen wird ein akademischer Abschluss für Projektmanager immer wichtiger werden.

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